Nicola Wigger – Ein neuer Aufsteiger im Schweizer Langlaufteam: „Vielleicht hat mir genau dieser Rückschlag die nötige Lockerheit gegeben“

by Luisa Griessbaum • 12.02.2026
Schweizer Nicola
Er lächelt in die Kamera, keucht noch leicht vom Rennen, der Rennanzug nassgeschwitzt – und drückt auf „Aufnahme“. So beginnt ein typischer Moment aus den Vlogs von Nicola Wigger, dem 24-jährigen Schweizer Langläufer, der mit seinem authentischen Stil viele Langlauf-Fans erobert hat. Jetzt hat er den Sprung geschafft: Olympia-Debütant, Platz 30 im Skiathlon, und plötzlich eines der spannenden Aufsteiger im Schweizer Team.

Er lächelt in die Kamera, keucht noch leicht vom Rennen, der Rennanzug nassgeschwitzt – und drückt auf „Aufnahme“. So beginnt ein typischer Moment aus den Vlogs von Nicola Wigger, dem 24-jährigen Schweizer Langläufer, der mit seinem authentischen Stil viele Langlauf-Fans erobert hat. Jetzt hat er den Sprung geschafft: Olympia-Debütant, Platz 30 im Skiathlon, und plötzlich eines der spannenden Aufsteiger im Schweizer Team.

Vom Rückschlag zum Durchbruch

Die Saisonvorbereitung verlief für Wigger zunächst wie aus dem Lehrbuch. Gesund durch den Sommer, solide Trainingswerte, eine klare Perspektive. Doch dann kam der Dämpfer: Ein Ermüdungsbruch im Herbst am Fuß stoppte seinen Sommerflow – körperlich und mental. „Ich wusste nicht, wo ich stehe. Da waren viele Zweifel“, sagt er rückblickend. Doch statt die Saison abzuschreiben, erfand er sich im Training neu. Auf dem Armkraftzuggerät, dem Laufband ohne Beineinsatz und viel Krafttraining für den Oberkörper hielt er seinen Rhythmus. „Ich konnte fast kein Klassisch trainieren und wusste nicht wie der Saisonstart verlaufen würde, aber vielleicht hat mir genau das die nötige Lockerheit gegeben“ reflektiert Wigger.

Diese Lockerheit war es wohl auch, die ihn im entscheidenden Moment trug: Beim Weltcup in Goms lief er das Rennen seines Lebens – und sicherte sich mit Platz 21 in letzter Sekunde das Olympiaticket.

Ein Sportler ohne Filter

Während viele Athleten ihre Form im Stillen aufbauen, hat Nicola Wigger seinen Weg offen dokumentiert. In seinem wöchentlichen Vlog nahm er die Fans mit hinter die Kulissen seines Alltags als Profilangläufer: Training, Selbstzweifel, Siege und Niederlagen. Inspiriert von Teamkollege Janik Riebli, entwickelte er daraus ein Format, das längst über reine Rennberichte hinausgeht. „Ich sehe es als Chance, den Langlauf sichtbarer zu machen. Es macht mir extrem viel Spaß. “, erklärt er.

Die Resonanz? Überwältigend. Tausende folgen ihm inzwischen, viele auch Teil seines „NICI’s Circle“-Club, ein von ihm gegründeter Gönner-Club, der nochmal exklusive Einblicke bietet und auf seiner Hompage zu finden ist.

Über fehlendes Olympia-Feeling vor Ort

Und dann war da dieser Start bei Olympia. Der Moment, von dem jeder Langläufer träumt. Doch Wigger nahm ihn erstaunlich gelassen. „Ich war gar nicht besonders nervös. Ich habe es einfach wie ein normales Weltcuprennen gesehen.“
Die fehlende Nervosität zahlte sich aus: ein sauberer Lauf endete für ihn auf Platz 30 bei der Premiere- – ein Ergebnis, das eine Geschichte erzählt und der Weg dorthin emotionaler war als die Olympiazeit bisher selbst. „Ich wollte einfach mein Bestes geben und zeigen, dass ich zurecht dazu gehöre“, sagt er mit einem Lächeln.

Seine Olympiaerfahrungen vor Ort beschreibt er nüchtern: „Von der Atmosphäre bekommen wir wenig mit, da wir aus Gesundheitsgründen in einem Hotel wohnen. Das Olympiadorf sehen wir eigentlich nie“. Die Eröffnungsfeier sei bisher das einzige richtige Olympiafeeling gewesen, wobei auch diese, aufgrund der verschiedenen Austragungsorte, deutlich kleiner war.  Seine Emotionen fand er woanders – in den Reaktionen seines Umfelds, nachdem er sich für Olympia qualifiziert hatte. „Meine Eltern waren in Goms dabei. Sie haben mir direkt danach gratuliert. Das war der emotionalste Moment. Da habe ich realisiert, dass ich es wirklich geschafft habe.“

Ausblick: Mit Teamgeist nach vorne

Wigger wirkt nicht wie einer, der sich mit dem Erreichten zufriedengibt. Sein Blick geht nach vorn – vor allem auf die Staffel. „Staffelrennen sind meine Lieblingsdisziplin. Es ist eine große Ehre, für sein Land zu laufen, vor allem zusammen mit Teamkollegen, mit denen man den ganzen Sommer zusammen trainiert hat. Die Emotionen werden im Team einfach vervielfacht.“

Besondere Chancen für das schweizer Team sieht er klar im Team-Sprint – bei den Frauen mit Nadine Fähndrich und Anja Weber ebenso wie bei den Männern mit Valerio Grond und Janik Riebli. Doch auch in der Staffel sind seine Hoffnungen groß, denn für ihn ist klar: Auch ohne Favoritenrolle ist „alles möglich“ im Team.

Ein Athlet mit klarer Botschaft

Was bleibt nach dieser Saison, ist nicht nur eine sportliche Leistung, sondern eine persönlich geänderte Einstellung. Wenn Nicola Wigger über Rückschläge spricht, wirkt er wie jemand, der gelernt hat, mit ihnen umzugehen. „Bleib positiv und mache jeden Tag das Beste aus dem, was du kontrollieren kannst. Akzeptiere Rückschläge – aber gib niemals auf. Wenn du am Ende das beste aus jeder Situation versucht hast, kannst du dir hinterher nichts vorwerfen“. Genau diese Worte möchte Wigger jedem Athleten mitgeben, der von Olympia träumt.

Alles über Skilanglauf lesen Sie auf ProXCskiing.com

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