Offener Konflikt in der Nationalmannschaft: Erfolgreicher Trainer tritt aus Protest zurück
Österreich holte eine Olympia-Legende, um die Biathlon-Nationalmannschaft zu reformieren. Nun sind die Konflikte noch größer. Der Cheftrainer ist wütend und tritt aus Protest zurück.
Österreich holte die deutsche Trainerlegende Wolfgang Pichler, um die Nationalmannschaft nach jahrelangen internen Turbulenzen zu sanieren und neu zu organisieren. Das hat sich als Fehlschlag erwiesen.
Mit Pichlers Einstellung sollte sich alles ändern und Österreich zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für Norwegen und Frankreich machen.
Stattdessen hat es die Konflikte nur verschärft.
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Offener Streit um die Führung
Seit Pichlers Amtsantritt herrscht in keiner Sache mehr Einigkeit. Der österreichische Biathlonverband steckt mitten in einer offenen Organisationskrise.
Gemäß Sportinfokämpfen nun vier mächtige Führungsfiguren mit völlig gegensätzlichen Interessen in der Nationalmannschaft um die Vorherrschaft:
Wolfgang Pichler wurde eingestellt, um für Ordnung im Unternehmen zu sorgen und die internen Unruhen zu beenden. Er hat viele Aspekte grundlegend überarbeitet und mehrere Pläne des Managements gestoppt.
Sportdirektor Christoph Sumann Seine Vorschläge wurden von Pichler kritisiert und ignoriert, was das Trainerteam zusätzlich verunsichert hat.
Reinhard Gösweiner, Der erfolgreiche Trainer von Stars wie Dominik Landertinger und Christoph Sumann ist nun wütend und will nicht mehr weitermachen. Er hat seinen Rücktritt angekündigt.
Trainer Felian Schubert Seine Rolle ist mittlerweile unklar. Sie variiert je nach Plan: Cheftrainer laut Sumann, Assistenztrainer laut Pichler.
Zwei völlig unterschiedliche Visionen
Der Kern des Konflikts ist einfach: Pichler wollte, dass Gösweiner das Nachwuchsteam leitet, mit Schubert als Assistenten. Sumann hatte etwas völlig anderes geplant: Schubert sollte für die Herren-Elitemannschaft verantwortlich sein, während Gösweiner mit der Damen-Elitemannschaft arbeiten sollte.
Das Ergebnis war, dass Trainer und andere Betreuer erst in letzter Minute darüber informiert wurden, für welche Mannschaften sie zuständig sein würden, was zu völliger Verwirrung führte.
Gösweiner tritt zurück
Reinhard Gösweiner hat dem Verband nun mitgeteilt, dass er nicht weitermachen möchte.
Der Weggang des erfolgreichen Trainers, der maßgeblich am Aufbau des modernen österreichischen Biathlons beteiligt war und hinter Stars wie Dominik Landertinger und Christoph Sumann steht, ist ein weiterer Rückschlag für ein Team, das auf Erfahrung und Kontinuität setzen wollte.
Völlige Verwirrung unter den Athleten
Die unmittelbare Folge ist völlige Verwirrung unter den Athleten.
Während die Verantwortlichen noch streiten, wissen sie kurz vor Beginn des Sommertrainings immer noch nicht, wer sie trainieren wird oder wie der übergeordnete Plan für die nächste Saison aussieht.
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Lange Erfolgsgeschichte
Wolfgang Pichler blickt auf eine lange Erfolgsgeschichte als Biathlon-Trainer zurück.
Von Ende der 1990er Jahre bis 2011 war Pichler der Mann hinter den Erfolgsgeschichten von Stars wie Magdalena Forsberg, Anne Carin Zidek, Björn Ferry und Helene Ekholm.
Von 2011 bis 2014 war Pichler Cheftrainer der russischen Frauen-Biathlon-Nationalmannschaft. 2015 kehrte er nach Schweden zurück und war während der Weltmeisterschaften 2019 in Östersund dabei..
Im Vorfeld der Olympischen Spiele 2026 arbeitete er mit der bulgarischen Nationalmannschaft zusammen.
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